old macdonald

„Old Macdonald had a farm, e-i-e-i-o! And on his farm he had some chicks, e-i-e-i-o! (…) Duck, quack – Pig, oink, oink – Cow, moo, moo (…)“

So hat sich wohl jeder als Kind einen Bauernhof vorgestellt, wie bei Old MacDonald halt. Jede Menge verschiedene Tiere, die freudig über den Hof laufen und muhen, grunzen, quaken, krähen oder wiehern. Dazu ein lustiger Bauer, den nichts mehr freut als seine Tiere jeden Tag zu sehen. Die Bauernhof-Idylle aus dem Kinderlied!

Heute wissen wir, dass ein sehr großer Teil der Bauernhöfe mit diesem Bild nichts mehr zu tun hat. Es wird immer mehr produziert damit immer mehr konsumiert werden kann. Viele Betriebe müssen sich mehr und mehr vergrößern um überleben zu können.

Einen „richtigen“ Bauernhof wie aus dem Bilderbuch oder dem Kinderlied findet man selten. Der Lindmörtl-Hof jedoch ist so ein Bauernhof.

Ein kleiner Betrieb mit allerhand verschiedenen Tieren plus viel Obst, Gemüse und Getreide – die besten Voraussetzungen für die Selbstversorgung. Da bleibt auch Zeit an Nachhaltigkeit zu denken. Die bleibt bei großen Höfen oft auf der Strecke.

Nachhaltig ist auch die Idee, „alte Tierrassen“ zu halten.  Denn in der konventionellen Landwirtschaft wird inzwischen vermehrt auf Hybridrassen (siehe Hybridhuhn, Hybridschwein) gesetzt. Teilweise sind diese Hybride schon so eingebürgert, dass sie für uns komplett normal sind („So sieht ein Schwein/Huhn eben aus!“). Wie viele verschiedene Hühner-, Schweine- oder Rinderrassen es gibt bzw. mal gab wissen die wenigsten (weltweit ca. 6000 verschiedene Nutztierrassen!). Oder habt ihr eine Vorstellung, was ein „Turopolje“ sein könnte?

Es handelt sich um eine sehr robuste Schweinerasse, ursprünglich in Kroatien beheimatet. Die Turopoljes sind rosa mit schwarzen Flecken, haben halbhängende Ohren und werden um die 200 kg schwer. Von den Turopolje-Schweinen gibt es am Lindmörtl-Hof zur Zeit zwei. Die Sauen bekommen jedoch 1-2/Jahr Ferkel, wodurch der Bestand natürlich anwächst. Einen Eber gibt es (noch) nicht, er ist jedoch in Planung.

Neben den Schweinen gibt es natürlich noch die Saanenziegen. Die „Saanenziegen“ sind gebürtige Schweizer und kommen aus dem Saanenland. Bei Gebhard sind die Ziegen ein sehr wichtiger Bestandteil des Alltags am Hof. Für frische Ziegenmilch, Ziegenkäse und -topfen müssen sie schließlich zweimal täglich gemolken werden.

Nebenan wohnen die Hühner und Enten. Hauptsächlich hält Gebhard „Sulmtaler Hühner“. Das Sulmtaler Huhn ist eine österreichische Hühnerrasse und ein sogenanntes Zweinutzungshuhn. Das bedeutet es hat sowohl eine gute Legeleistung als auch eine gute Fleischqualität. Sie sind robust und resistent gegen Krankheiten. Außerdem können sie sich durch Scharren ihr Futter selbst suchen, wenn sie im Freien leben.

Da es bei den Enten grade viel Nachwuchs gibt, ist im Hühner-Garten natürlich ordentlich was los. Die Kleinen sind wirklich unglaublich niedlich, besonders wenn sie ihrem liebsten Hobby, Fliegenfangen, nachgehen. Die Warzen-Enten sind die domestizierte Version der Moschusente, welche wiederum dem ein oder anderen unter dem Namen „Barbarie-Ente“ etwas sagen könnte. Die Warzen-Enten sind, auch wenn ihr Name etwas abschreckend klingt, wirklich unfassbar schöne und ästhetische Tiere!

Außerdem gibt es am Lindmörtl-Hof noch Landgänse, Kärntner Blondvieh, Fleckvieh, viele Katzen und zwei Hunde. Eine richtig bunte Mischung eben. Gebhards Tiere leben alle entweder draußen oder haben einen Auslauf am Stall. Sie kennen Wind und Wetter, sind robust und fit.

Und das ist nachhaltig, weil Gebhards Tiere keine „industriellen Wegwerf-Produkte“ sind! Hybridrassen hingegen sind auf Leistung gezüchtet, sollen möglichst schnell viel Geld bringen. Ein Hybridhuhn wird beispielsweise in 35 Tagen auf sein Schlachtgewicht gemästet. Ein Sulmtaler-Huhn ist in diesem Alter etwa ein Drittel so groß und optisch noch ein Küken. Durch gezielte Zucht auf Leistung gehen viele wichtige Eigenschaften eines Nutztiers verloren. So sind Hybridrassen beispielsweise immunschwach, werden von Tag 1 an mit allerhand Medizin versorgt. Viele Hybridrassen sind so intensiv gezüchtet, dass eine Nachzucht kaum mehr möglich ist. Eine derartige „Produktion“ an tierischen Erzeugnissen, wie wir sie heute kennen, einen derart überschwemmten Markt mit billigem Fleisch, billigen Eiern, billigen Milchprodukten, einen derart hohen Absatz an Medikamenten und Antibiotika der Pharmaindustrie an die großen landwirtschaftlichen Abnehmer würde es mit den „alten“ Tierrassen so niemals geben. Nur die Züchtung auf spezielle Leistungseigenschaften und damit die Wandlung vom Nutzter zum durchoptimierten Industrie-Produkt machen diese Verzweigung von Landwirtschaft, Pharmaindustrie und Europa-Politik überhaupt möglich und nötig. Jedoch ist ein Tier nun mal keine Maschine, die man beliebig oft reparieren, verbessern und überarbeiten kann, bis sie das gewünschte Ergebnis produziert.

Wir freuen uns, dass  es am Lindmörtl-Hof anders ist, dass die Tiere dort ein wichtiger Bestandteil des Gesamten sind. Die Hühner, Enten, Katzen, Hunde, Schweine, Gänse, Kühe und Ziegen bringen den Hofbewohnern jeden Tag Freude. Wie bei Old Macdonald. E-I-E-I-O.

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