barfuß im wald & das geistergasthaus

„Uuund es gibt Elfmeter!“ schreit der Fußballkommentator aus dem Handyradio. Es ist Wochenende, es ist Bundesliga-Auftakt, erster Spieltag nach langem Warten…und wir laufen barfuß durch Wald.
Jedoch hat uns weder jemand die Schuhe geklaut, noch haben wir sie im Fußball-Eifer die Böschung herunter geworfen. Wir haben sie ganz freiwillig ausgezogen. Denn wir befinden uns auf einem echten Barfuß-Wanderweg mit dem Ziel: Kochalm. Der Name verspricht eine deftige Jause und ein kühles Bier, uns kann nichts aufhalten. Begeistert laufen wir, stets begleitet von den Kommentatoren der Bundesliga-Konferenz und mit knurrendem Magen durch den Wald. Irgendwann kommen wir an eine Straße, von hier noch eine halbe Stunde verspricht die Karte. Immer wieder kommen ein paar Autos vorbei. „Die werden von der Kochalm kommen“, denken wir und achten verstärkt auf die Gesichter der Vorbeifahrenden, mögen sie doch bitte verraten ob sich der restliche Weg lohnt. Doch nix, keinen Hinweis bekommen wir. Weiter geht’s, noch eine Kurve. Und dann – ist sie da, ein kleiner Bergbauernhof, vor dem größten Haus sitzen Leute. „Jaaa“, jubeln wir innerlich, meinen wir die Speckbrote schon riechen zu können. Mit breitem Grinsen geht es zu den Menschen, die auf den zweiten Blick gar nicht wie Gäste eines Gasthauses ausschauen. Eher wie eine Bauernfamilie. Tja, sind sie auch. „Nee, zu essen gibt’s hier seit 11 Jahren nichts mehr“ kommt die etwas genervte Antwort auf unsere Frage nach Essbarem. „Bis zum nächsten Gasthaus lauft ihr 10 Minuten“. Nun gut, also weiter. Nach etwa einer weiteren halben Stunde erreichen wir dann den nächsten Gasthof. Davor ein riegsiges Party-Zelt und eine große Ansammlung an Jugendlichen. „Matura-Feier“ – Oh nein! Noch immer mit leerem Magen geht es weiter. Dann treffen wir Rudi mit der Kutsche. „Grüß euch!“. Aber der Hunger lässt uns keine Zeit zum Quatschen. Schließlich, etwa 2 Stunden nachdem wir uns am Ziel dachten, kommen wir wieder am Seebacherhof an. Enttäuscht erzählen wir den anderen von unseren Erlebnissen. Der Entschluss zur Hubertusalm, ebenfalls ein Gasthaus welches jedoch nur einige Gehminuten vom Hof entfernt ist, zu gehen ist schnell gefasst. Und so wird unser Warten mit Knoblauchsuppe, Fritatten-Suppe, Steak und Gemüse belohnt. Was haben wir gelernt? Vertraue niemals einem Weg mit einem Gasthaus als Ziel…

barfuß im wald & das geistergasthaus
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